Barfuß durch Paris

 

Es war im Jahr 1973, die Semesterferien hatten begonnen und der Sommer zeigte sich schon früh in seiner ganzen Pracht. Was sollte ich in Frankfurt anfangen, wenn die meisten Freunde im Urlaub waren? Die kommenden Wochen lagen etwas trist vor mir.
Doch dann rief mich mein Kommilitone Dirk an und fragte, ob ich Lust hätte, ein paar Tage Paris zu erkunden. »Ich will einen Freund besuchen, habe noch einen Platz im Auto und suche jemanden, der das Benzingeld mitfinanziert«, sagte er. »Überleg es dir bis morgen, Enya. Freitag geht’s los. Du kannst in der Wohnung meines Freundes schlafen, wenn du einen Schlafsack mitnimmst. Für Essen und Unterhaltung musst du selbst sorgen.«
Wow, das beflügelte mein Abenteuerherz. Ich überlegte nicht lange und sagte Dirk zu. Benzingeld würde durch vier geteilt, zwei weitere Freunde würden mitfahren. Essen? So etwas Profanes, schließlich gab es das Baguette und mich hungerte nach ganz anderen Dingen. Unterkunft war geregelt und ich würde nicht allzu viel Geld brauchen. Als meine Mutter erfuhr, unter welchen Bedingungen ich diese kurze Reise antreten wollte, steckte sie mir noch einen Fünfziger zu, viel Geld für mich damals. Ich dankte es ihr mit einer lieben Umarmung.

Bewaffnet mit einem Rucksack, einigen T-Shirts, Ersatzjeans, Unterwäsche und Waschzeug sowie einem Pullover und natürlich dem Schlafsack fand ich mich am Freitagmorgen sehr früh am verabredeten Treffpunkt ein. Dirk, Anne und Peter warteten schon. Schnell verstauten wir das Gepäck in den 2CV und ab ging es. Paris, wir kommen!
Meine Gitarre hatte ich zuhause lassen müssen, Dirk hatte mich ernsthaft gewarnt, dafür sei kein Platz. Das war nicht schlimm, ich würde ja schließlich der Musik und der Stimme von Paris im Sommer lauschen.
Bis kurz vor die Grenze ging alles gut. Dann plötzlich ein merkwürdiges Geräusch, ein Knattern, Scheppern ... Dirk fuhr auf den Standstreifen.
So ein Mist, der Auspuff. Und nun?
Dirk verschwand unter der Ente, und Peter kniete davor und gab assistierende Ratschläge. Anne und ich rauchten erst mal eine.
»Bitte, lass es nichts Schlimmes sein!«, flehte Anna wen auch immer an.
Nach einer Viertelstunde verkündete Dirk, man könne weiterfahren. Tatsächlich, Auspuff und Ente benahmen sich anständig, es klang fast wieder normal.
Die Grenze. Alles in Butter, Perso, Gesichtskontrolle nur flüchtig, ordentlich gewaschen, gekämmt, bartlos die Jungs und lieb lächelnd wir Mädels, ließ man uns gnädig passieren. Doch da fiel es dem 2CV ein, er könne sich ja auch bemerkbar machen, und es knatterte wieder los.
Dirk ließ das Fahrzeug rollen. Einer der Grenzbeamten rannte hinter der Ente her und rief: »Arrêtez! Pas …« Der Rest seiner Worte verflüchtigte sich im Nirwana, Dirk gab Gas. Das Knattern hörte abrupt auf. Durchs hintere Fenster sah ich den Beamten winkend kleiner werden.
Ich war zuweilen recht aufmüpfig, vielleicht sogar frech, aber niemals machte ich Dinge, die offensichtlich das Gesetz verletzten. Nun malte sich in mir das Bild einer wilden Verfolgungsjagd durch Frankreich, wir geduckt in der Ente hockend, hinter uns die Flics. Wer da verlieren würde, war mir klar. Doch ich wollte mir keine Blöße geben, den anderen schienen solche Gedanken fremd. In der Tat, es passierte nichts.

Dann Paris. In Erinnerung ist mir die große breite Straße hinein in die Stadt geblieben, ein Wirrwarr an Autos, wo waren die Fahrspuren? Und -  wozu die Ampeln? Man fuhr, wenn alle fuhren. Ich konnte teilweise nicht hinschauen. Dirk, nicht zum ersten Mal mit dem Auto hier, manövrierte seinen nun wieder artigen 2CV durch diesen Verkehr. Es geschah nichts, ich hielt dennoch manchmal die Luft an.
Schließlich landeten wir im Quartier Latin in der Nähe von der Place Maubert vor einem älteren heruntergekommenen Haus. Warum man in Paris keine Handbremse anziehen darf, erfuhr ich auch sofort, das Einparken geschah mit Geschiebe und flüchtigen Blechberührungen.

 

Gepäck ausladen und hinein in ein düsteres Treppenhaus. Putz, der von den Wänden blätterte, aber unter dem Dach eine Wohnung mit tollem Ausblick. Dächer, flirrend im Sonnenlicht, ein strahlend blauer Himmel, dunstig in der Ferne. Ich dachte sofort an Sartre und Simone de Beauvoir und diverse Beschreibungen von Pariser Behausungen. Alles passte.

Jean-Paul begrüßte uns herzlich, seine Freundin Alexandra lugte etwas schüchtern und verschlafen aus einer Tür. Die Haare verwuschelt, nur im Unterhöschen, murmelte sie ein salut und verschwand wieder.
Wir bekamen Kaffee oder Bier, ganz nach Wunsch, und irgendwelche Kekse.
Nach kurzer Zeit fühlte ich mich wohl, die französischen Brocken flogen hin und her, ich fand mich schnell wieder in die Sprache ein, übersetzte ab und an etwas für Anne, die nicht ganz so gut verstand.
Jean-Paul zeigte uns, wo wir schlafen konnten, zwei Räume mit Matratzen, spärlich möbliert, aber wen störte das angesichts der Freiheit, die uns erwartete.
Jean-Paul gab mir einen Schlüssel zur Wohnung, was ich ganz toll fand, einen Stadtplan hatte ich dabei.
Am Abend, meinte er, wären sie wieder zurück und man könne gemeinsam kochen.
Damit war ich mir selbst überlassen. Ich zog einfach los, hatte keine Sehenswürdigkeiten im Kopf, sondern Leben. Ich sah mich wie eine Reporterin, die über Menschen in Paris schreiben sollte.
Die Eindrücke purzelten nur so durch meinen Kopf. Ich lief und sah, konnte aber in diesem Moment nicht alles verarbeiten. Ich lief, bis meine Beine schmerzten, und ich merkte, dass ich nicht mehr wusste, wo ich mich befand. Nach dem Lesen von Straßennamen und Vergleichen mit dem Plan, konnte ich mich wieder orientieren. Ich schlenderte, besser humpelte zur Seine.
Bei der Pont Neuf stieg ich eine Treppe hinunter. Hier war es schattig und angenehm kühl, und ich hatte einen wunderbaren Blick zum anderen Ufer. Auf einer kleinen Rasenfläche setzte ich mich hin. Menschen um mich herum, jüngere, ältere, Pärchen, Kinder ... sie aßen, tranken, lasen, schrieben, diskutierten, lebten einfach. Ich breitete den Stadtplan aus und überlegte, was ich mir anschauen wollte. Die bekannten Touristenattraktionen wie Eiffelturm, Louvre, La Madeleine, Notre Dame?

Sacré coeur wollte ich auf jeden Fall sehen, da hatten mir Bild und Beschreibung schon imponiert, den Mont Martre würde ich gleich mitnehmen.
Nach zwei Gauloises, (Puh, waren die stark, aber ich war schließlich in Frankreich), viel Eau minérale und Keksen machte ich mich wieder auf die Socken, besser Turnschuhe. Kurz überlegte ich, mit der Métro zu fahren, aber dann reute mich das Geld und ich wollte ja etwas sehen.
Weit kam ich nicht. Irgendwie löste sich die Sohle meines Schuhs, und das Laufen wurde beschwerlich. Ständig schlappte das lose Teil und ließ mich beinahe stolpern. Mist! Ausgerechnet. Außer einem Paar Badeschuhen, die in Jean-Pauls Wohnung lagerten, hatte ich keine anderen Schuhe dabei. Was nun? Ich lief, als sei ich gehbehindert und bei jedem Schritt tönte dieses laute „Schlapp, schlapp“, die Menschen schauten mich schon merkwürdig an. Auch in Paris sollte man nicht über Gebühr auffallen. Ich zog die Turnschuhe aus, knotete die Schnürsenkel zusammen und hängte mir das Paar über die Schulter. Sofort fühlte ich die Erleichterung, zumal mir Schuhe sowieso immer etwas suspekt sind. Ich habe nun mal riesige Füße, jedenfalls für ein Mädel von meiner Statur. Zunächst lief ich noch vorsichtig, sorgsam darauf bedacht, nicht in irgendetwas Scharfes oder gar Undefinierbares hineinzutreten. Mit der Zeit wurde ich sorgloser, zu viel gab es zu sehen. Den Typen auf dem Einrad zum Beispiel, der völlig sicher durch die Fußgänger radelte und Prospekte verteilte. Chapeau, Monsieur, dachte ich.
Irgendwann war ich am Boulevard Rochechouart angekommen, und von da waren es nur noch ein paar Schritte. Und dann voilà: Sacré Coeur, weiß, strahlend gegen den blauen Himmel, imposant. Nun bedauerte ich doch, keinen Reiseführer dabeizuhaben. Da gab es einiges zum Nachlesen daheim. Allzu viel wusste ich nämlich nicht, nur dass die Basilika des „heiligen Herzens“ im romanisch-byzantinischen Stil erbaut worden war. Mit all den Menschenmassen wälzte ich mich die Treppen empor. Die Aussicht war grandios, das feeling, das mich ergriff auch. Ich setzte mich auf eine Stufe und beobachtete die Menschen. Fetzen unterschiedlicher Sprachen flogen mir zu, eine Frau in bunten Kleidern bot ebenso bunte Ketten feil. Zwei junge Männer und eine junge Frau saßen auf dem Rasen, diskutierten und ließen eine Flasche kreisen. Sie sahen bekifft aus, das kannte ich aus Frankfurt. Ob ich in die Kirche hineingehen sollte? Barfuß würde das kaum möglich sein und die Turnschuhe mochte ich nicht mehr anziehen. Vielmehr überlegte ich, wo ich ein Paar neue Schuhe herbekäme. Ich konnte ja nicht die nächsten zwei Tage ständig barfuß laufen. Langsam schlenderte ich durch enge Straßen den Hügel wieder hinunter, ließ mich treiben.

 

Die Place du Tertre gefiel mir, kleine Cafés um die Stände, welche die Maler sich aufgebaut hatten. Leider entdeckte ich wenig individuelle Kunst, die meisten Künstler wollten die Touristen karikieren, klar, das brachte Geld. Ein paar Stände sah ich, an denen Bilder von Paris ausgestellt waren, mir auch zu klischeehaft, postkartengleich. Um meinen leicht lädierten Füßen eine Pause zu gönnen, setzte ich mich in ein Café und genehmigte mir eine Cola. Als ich mir eine Gauloise anzünden wollte, funktionierte das Feuerzeug nicht. Die typische Situation, um mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen.

Er hieß Bernard, studierte Psychologie, lebte seit drei Jahren in Paris, kam aber ursprünglich aus Montpellier. Es war herrlich, einfach zu plaudern. Ich traute mich, ihn nach einer Möglichkeit zu fragen, wie ich billig an Schuhe käme. Er amüsierte sich prächtig über mein Missgeschick, was ich erst gar nicht witzig fand. Aber er brachte es so charmant und nett an, dass ich nicht böse sein konnte. Tatsächlich empfahl er mir eine Art supermarché, wo es einfache Turnschuhe gäbe. Er bot mir sogar an, mich zu begleiten. Aber das mochte ich nun doch nicht. Gerade dieses Herumstromern ohne Begleitung tat mir gut. Ich bedankte mich herzlich ... adieu, salut, bonne journée ... und machte mich auf den Weg.

Die Schuhe bekam ich nicht mehr, ich lief in der Tat barfuß zurück, es dauerte auch eine Zeit, bis ich den richtigen Weg gefunden hatte. Die Seine und die Pont Neuf waren meine Orientierungspunkte.
Als ich gegen neunzehn Uhr bei Jean-Paul eintraf, waren die anderen schon da. Sie hatten sich in der Küche versammelt. Nun lernte ich auch Jean-Pauls Freundin Alexandra kennen. Sie war wirklich schüchtern und sprach nur mit sehr leiser Stimme. Der Abend verlief in perfekter Einträchtigkeit, Die Männer hatten einen großen Gemüseeintopf gekocht mit Auberginen, Zucchini, Paprika, Tomaten, dazu gab es das obligatorische Baguette und einen herrlich leichten Rotwein. Ich war schon nach dem ersten Glas etwas angesäuselt, da ich rein gar keinen Alkohol vertrug.
Man machte sich ernsthaft Gedanken um meine Schuhe. Alexandra versprach, mit mir am nächsten Tag loszuziehen. Man würde billige Sportschuhe finden. Jetzt allerdings musste ich mit meinen Badeschuhen vorlieb nehmen, denn wir wollten noch ein wenig um die Häuser ziehen. Es ging fröhlich zu, einigermaßen laut, und alle tranken Bier. Es war kaum ein Unterschied zu den Studententreffen in Frankfurt. Auch die Diskussionen drehten sich um ähnliche Themen, meist politisch motiviert.
Ich schlief wunderbar in der Nacht auf der alten Matratze.
Zum Frühstück gab es eine Bol mit Milchkaffee. Essen sei später, meinte Alexandra. Tatsächlich ging sie mit mir in einen Laden, wo ich ein Paar Schuhe ergatterte, die gerade noch bezahlbar waren. Sehr vertrauenserweckend sahen sie nicht aus und ich zweifelte, ob sie lange halten würden. Aber was sollte ich machen? Für den Fünfziger von meiner Mutter war ich nun sehr dankbar, und die Freiheit meiner Füße hatte also ein Ende.
Alexandra verabschiedete sich, sie hatte einen Job, irgendwelche Ablagetätigkeiten in einer Kanzlei, so wie ich es verstand. Auch hier mussten sich die Studenten ihr Studium verdienen. Ich bummelte über den Boul’ Mich’. Die vielen Galerien und Buchhandlungen faszinierten mich, das war meine Welt. Geld hatte ich keines, um mir etwas kaufen zu können. Aber allein das Stöbern in den Antiquariaten und den Galerien am Seine-Quai machte Spaß. Ich dachte an Henri Murgers Roman Bohème. Das hier war wohl das älteste Viertel des linken Seine Ufers. Über die Pont Saint Michel gelangte ich auf die Ile de la Cité.
Einfach die Seele baumeln lassen. Klar, Notre-Dame musste sein, wie auch der Justizpalast. Die neuen Schuhe drückten, anscheinend war es mir bestimmt, Paris barfuß zu entdecken. Niemand schien es seltsam zu finden, dass ein Mädchen hier ohne Schuhe durch die Straßen lief. So ganz wohl war mir bei der Sache nicht. Am äußersten Zipfel der Insel, hinter der Place Dauphine, machte ich Pause, knabberte ein Croissant, aß einen Apfel und trank Wasser. Ein junges Pärchen aus den Niederlanden bat mich, von ihnen ein Foto zu machen. Schnell kamen wir ins Gespräch. Es waren diese flüchtigen Begegnungen, die ich liebte. Man vergab sich nichts, bekam neue Eindrücke, schwieg nicht den ganzen Tag vor sich hin, musste sich aber nicht festlegen.

Am Nachmittag streifte ich mit Anne durch den Jardin du Luxembourg. Ich staunte über das Leben hier. Alt und Jung, Menschen der unterschiedlichsten Rassen und Hautfarben, Männer in Anzügen, Frauen in leichten Sommerkleidern bewegten sich hier genauso wie Studenten oder Schüler, (zumindest sahen sie so aus – voilà les préjugés, es leben die Vorurteile auch in meinem Kopf, oder besser die Klischees). Auf jeden Fall lebte der Park. Man saß auf Stühlen, die hier überall herumstanden, oder hatte einfach auf der Wiese Platz gefunden. Viele Menschen lasen, das fiel mir auf.

 

Anne und ich genossen ein wenig die Sommersonne, bevor wir uns entschlossen noch Saint-Germain-des- Près aufzusuchen. Zu gern wollte ich sehen, ob es tatsächlich dieses Intellektuellen- und Künstlermilieu war, wie man immer hörte, wollte auf den Spuren von Sartre und Simone de Beauvoir wandeln. Natürlich suchten wir das Café Flore, wo die beiden angeblich Stunden verbracht und diskutiert hatten. Aber so etwas Besonderes war es nicht, was hatte ich auch erwartet? Zum Schluss bummelten wir durch die Rue Odéon, wo ich mich wieder bei den Buchläden ergötzen konnte.

Am Abend gingen wir alle in ein kleines Lokal in der Rue Vaugirard essen. Eine richtige Studentenkneipe war es, wie ich sie auch aus Frankfurt kannte, man trank – vor allem Bier – ich wusste gar nicht, dass Franzosen so viel Bier trinken, zum Essen gab es Sandwiches mit Schinken oder Käse. Mir war es lieb, es kostete nicht viel und ich wurde satt. Wir blödelten herum, ein wenig wurde wieder politisiert, Jean-Paul und seine Kameraden regten sich über die Uni-Verwaltung auf und über viel zu spät herausgegebene Vorlesungsskripte, eine Sache, die ich auch von daheim kannte.
Je später der Abend, desto wehmütiger wurde ich. Morgen ging es schon wieder nach Hause. Viel zu kurz, dachte ich. Ein wenig tat es mir leid, dass Alexandra nicht dabei war. Ich würde sie nicht mehr sehen, sie war zu ihren Eltern gefahren. Aber wir hatten unsere Adressen ausgetauscht. Müde und mit sehr wehen Füßen fiel ich spät in der Nacht in einen traumlosen Schlaf.
Am Morgen ging alles recht schnell. Dirk drängte zum Aufbruch, er wollte auf jeden Fall wegen irgendeiner Veranstaltung am frühen Abend in Frankfurt sein, die er nicht versäumen durfte. Mir war es egal, mich drängte nichts und niemand.
Schade, zu gern wäre ich noch nach außerhalb, in die Banlieues gefahren, hätte mir die Gegenden angeschaut, über die Christiane Rochefort ihren Roman Les petits enfants du siècle geschrieben hatte. Aber es würde ja weitere Male geben. Paris war noch lange nicht Geschichte für mich. Dieser kurze Trip war nur eine winzige Kostprobe gewesen, die mir aber sehr gefallen hatte. Was waren da schon wunde, kaputte Füße?

 

 

 

 

L'amour, olala

 

Hatte ich mich verhört? Oder hatte Jan es tatsächlich gesagt? Ungläubig starrte ich ihn an.
»Warum schaust du so«, fragte er auch gleich, nun seinerseits verwundert. »Schaffst du es? Viel Zeit haben wir ja nicht.«
Ob ich es schaffte? Eine Kurzreise nach Paris innerhalb von einem Tag zu organisieren?
Ich musste mich setzen. Das passte so gar nicht zu Jan, damals noch nicht mein Ehemann, sondern langjähriger Freund. Er, der bei allen Unternehmungen eher verhalten reagierte, dem jeder Urlaub zu teuer schien, hatte den Vorschlag gemacht, für drei Tage nach Paris zu fahren. Mit dem Auto, und ich sollte mich um eine Unterkunft bemühen und überlegen, was man dort in der Kürze der Zeit so anstellen könne.
Jan schaute mich noch immer fragend an. Klar könnte ich, aber so was von. Nach dem ersten Staunen spürte ich, wie ich anfing, mich zu freuen. Paris! Es war nun schon eine geraume Zeit her, dass ich dort einige Tage allein verbracht hatte und es war herrlich gewesen.
Mit Jan würde es anders werden, das wusste ich. Aber ich musste die Gelegenheit beim Schopfe packen, denn allzu häufig kam es nicht vor, dass er irgendwohin fahren wollte und Frankreich stand damals überhaupt nicht auf seinem Programm.
Ich wusste, er hatte den nächsten Tag keine Zeit, eine wichtige Klausur zum Abschluss des Semesters stand an und er musste büffeln. Also würde ich mich allein kümmern und packen müssen. Aber was braucht man schon in Paris, wenn man jung und voller Tatendrang ist?

Zum Glück hatte ich einen Hotelführer der Stadt mit Telefonnummern. Noch am Abend blätterte ich das Buch durch und suchte einige Hotels heraus, die zentral gelegen, aber nicht zu teuer waren. Am Ende hatte ich fünf herausgeschrieben. Jan war in seine letzten Lernvorbereitungen vertieft und ich konnte ihn nicht behelligen. So verbrachte ich die Nacht mit den Hotels und Bildern davon.
Gleich am nächsten Morgen begann ich mit dem Telefonieren. Ich hatte mir meinen Text zurechtgelegt und obwohl ich recht gut französisch spreche, war es nicht einfach. Man verstand mich wohl gut, aber die Antworten waren meist derart schnell, dass ich immer um Wiederholung bitten musste. Es war ein wenig nervig. Aber schließlich hatte ich es geschafft. Wir konnten zwei Nächte in einem kleinen Hotel am Place Opéra unterkommen, sogar mit Frühstück, und der Preis entsprach in etwa unserem Geldbeutel.
Es gab damals kein Internet, keinen E-Mail-Kontakt, ich hatte also nichts Schriftliches, nur die mündliche Zusicherung der Dame am Telefon und ich hoffte, dass sie mich richtig verstanden hatte.
Gepackt war schnell, Waschzeug, leichte Kleidung (es war Sommer), Papiere, Medikamente und Schuhe. Gute Schuhe, in denen man prima laufen konnte. Bei meiner letzten Parisreise war ich durch mangelndes Schuhwerk genötigt gewesen, einen Teil meiner Erkundungen barfuß zu absolvieren. Das brauchte ich nicht noch einmal. Auch für Jan packte ich feste Turnschuhe ein, allerdings zweifelnd, ob er diese auch anziehen würde, war er doch ein eitler junger Mann, der lieber in Lederschuhen herumlief. Nun, das sollte jetzt nicht meine Sorge sein. Man würde sehen ...

 

Am nächsten Morgen fuhren wir los, in Jans Fiat 128 Sport Coupé. Es macht Spaß, mit Jan Auto zu fahren, er ist dann immer völlig entspannt und an diesem sonnigen Tag hatte er besonders gute Laune, denn die Klausur war wohl zu seiner Freude erfolgreich verlaufen.
Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir schließlich Paris, das heißt zunächst die Vorläufer der Stadt, aber der Verkehr und die Fahrweise der Menschen machten uns schnell deutlich, dass hier völlig andere Regeln herrschten als in Deutschland.
Erstaunt nahm ich wahr, dass mein Freund schwitzte und völlig angespannt und konzentriert am Steuer saß, ungewohnt für mich, denn ich kannte ihn beim Fahren nur lässig. Tja, jeder kommt mal an seine Grenzen.
Als er auf einer der großen Straßen an einer roten Ampel bremste, ertönte sofort ein Hupkonzert. Ein Blick nach hinten und ich fürchtete, wir würden über die Kreuzung geschoben. Jan fluchte.
»Bleib ruhig«, sagte ich und erntete einen wilden Blick.
»Willst du fahren?«, kam die bissige Antwort. Gott bewahre, nein, das wollte ich auf keinen Fall.
Ich hielt krampfhaft einen Stadtplan auf den Knien und versuchte, meinen Freud zumindest in die richtige Gegend zu dirigieren, was gar nicht so einfach war. Irgendwie musste er im Strom mitschwimmen, beziehungsweise  mitfahren.
Nach einer Weile merkte ich, wie Jan sich dem Verkehrsfluss anpasste, er wechselte die Spuren, ohne lange zu schauen und fuhr einmal sogar über eine rote Ampel. Es passierte nichts, die anderen machten es genauso. Jeder schaute nach vorn, nicht nach hinten. Irgendwie klappte es.
Wie durch ein Wunder hatten wir nach einer Stunde Fahrt durch die Stadt tatsächlich das Hotel erreicht.
»Da!«, rief ich. »Halt an, da ist es.«
»Geht nicht«, sagte Jan, »oder siehst du hier einen Parkplatz?«
Nein, den sah ich nicht, die Autos parkten lückenlos hintereinander. Wie waren die nur in diese engen Zwischenräume gekommen? Jan hielt in zweiter Reihe knapp vor dem Hotel und schmiss mich praktisch aus dem Wagen. »Geh vor, mach das mit der Anmeldung«, waren seine Worte. »Ich suche mal weiter.«
Etwas zögernd und mit Herzklopfen wegen der Ungewissheit, ob meine Zimmerreservierung geklappt hatte, betrat ich unser Domizil. Drinnen hielt ich die Luft an. Meine Güte, was war das denn? Vage hatte ich Visionen von einem bestimmten Etablissement vor Augen.
Ein kleiner Vorraum, ganz in rotem Plüsch gehalten, nahm mich auf, rechts ging eine Treppe nach oben, ebenfalls ganz in Rot mit Teppichen verkleidet. An den Wänden kleine Leuchter, die schummriges Licht spendeten. Links befand sich die Rezeption, hinter der eine stark blondierte Frau in den besten Jahren in irgendwelchen Papieren herumkramte.
Ich trat näher, räusperte mich, aber sie schien nicht zu hören oder ihr Tun war derart wichtig, dass sie mir ihre Aufmerksamkeit nicht schenken konnte.
»Pardon«, krächzte ich, »bonjour madame ...« Meine Worte verloren sich in rotem Plüsch.
Dann, nach gefühlten fünf Minuten, bedachte mich die Blonde mit einem müden Augenaufschlag.
Ich nutzte die Chance und rasselte mein Sprüchlein in bestem – so hoffte ich – Französisch herunter.
Es wirkte, denn die Dame ließ sich zu einem breiten Lächeln herab und zeigte leicht gelbe Zähne. Dann startete sie einen nicht enden wollenden Redefluss, schaute in ein großes Buch, nickte, drehte sich um und fischte einen Schlüssel vom Brett an der Wand. »Voilà.«
In diesem Moment betrat Jan den Vorraum, in der Hand die große Reisetasche.
Gern hätte ich seinen Blick festgehalten, aber der Fotoapparat befand sich in eben dieser Tasche. Jan ist nicht so leicht zu beeindrucken, aber jetzt schien er wie erstarrt.
Ich murmelte Dankesworte zu der Blonden, den Schlüssel fest in der Hand, und dirigierte meinen sprachlosen Freund zur Treppe. Ich glaubte verstanden zu haben, dass unser Zimmer im ersten Stock liege. Nummer 25.
Die Tür klemmte ein wenig und knarrte beim Öffnen, aber wir hatten es geschafft.

Das Zimmer war klein, ein französisches Doppelbett mit zwei winzigen Regalen an den Seiten, ein Schrank, zwei Plüschsessel (natürlich in Rot) und ein Minitisch davor. Es war sauber, das schien mir das Wichtigste. Jan lief sofort zu dem schmalen Fenster, das bis beinahe auf den Boden reichte und schaute hinaus.
»Mist«, sagte er, »keine Aussicht, nur schlimmster Hinterhof.«
Es stimmte. Man blickte auf ein handtuchgroßes Stück Asphalt, umbaut von anderen Hauswänden, aus denen diverse Stimmen aus den geöffneten Fenstern drangen. »Romantisch«, Jan grinste und nahm mich in den Arm. »Hat irgendwas von einem Liebesnest in traurigen Zeiten ...«
Ich musste lachen, nicht ahnend, wie recht er mit diesem Satz haben sollte.
Zu unserem Zimmer gehörte ein kleines Bad mit Dusche, Toilette und natürlich dem obligatorischen Bidet. Die Fliesen waren geblümt und ich schauderte. Aber schließlich wollten wir Paris erkunden und uns nicht an schöner Inneneinrichtung erfreuen. Nachdem wir unsere spärliche Habe im Schrank verstaut hatten, zogen wir los, Jan in Turnschuhen!

Ich war Stadtführerin, nach Jans Meinung musste ich mich ja durch meinen letzten Aufenthalt gut auskennen.
Die Sonne schien noch, es war aber am Spätnachmittag nicht mehr unerträglich heiß, und so bummelten wir ziellos durch die Gegend, ließen uns treiben. Die Stadt lebte, pulsierte und hatte dennoch eine besinnliche Ausstrahlung, so mein Eindruck, den ich auch bei meiner ersten Reise schon gehabt hatte.
Wir kamen in den Jardin du Louxembourg und Jan war fasziniert von all den Menschen, die auf Stühlen saßen oder einfach im Gras lümmelten. Das kannte man damals bei uns noch nicht.
Ich freute mich einfach, mit Jan hier zu sein, die Seele baumeln zu lassen, zu schauen, zu plaudern. In der letzten Zeit hatten wir durch Studium und Referendariat wenig Zeit gehabt, um entspannt miteinander umgehen zu können.
An einem kleinen Kiosk auf Rädern kauften wir Wasser und Cola und ließen uns im Gras nieder. Diese Momente erinnere ich als einfach nur friedlich und schön.

Gegen Abend suchten wir ein Restaurant, um etwas zu essen. Hier nun kam mein Jan wieder zum Vorschein, der akribisch die Preise auf den Karten studierte. Alles war zu teuer. Er konnte mit den Gerichten nicht viel anfangen und wir klapperten ein Restaurant nach dem anderen ab.
Schließlich reichte es mir. »Wir müssen was essen, Jan. Ich hab eine Idee. Es muss ja kein Restaurant sein.«
Ein paar Schritte noch und ich steuerte zielstrebig einen Supermarché an. Der Laden war nicht allzu groß, aber er hatte genau das, was ich suchte. Ich versorgte uns mit drei verschiedenen Käsesorten, einer Flasche Rotwein (zuvor erkundigte ich mich, ob Jan sein Taschenmesser mit Korkenzieher dabei hatte. Ja – gebongt), einigen Pfirsichen und einem frischen Baguette.
Bepackt mit der Tüte zog ich Jan wieder zurück in den Jardin. Schnell hatte ich ein schönes Plätzchen unter einer Eiche gefunden, schnappte zwei der herumstehenden Stühle und gab meinem Freund ein Zeichen, einen dritten Stuhl zu holen. Der sollte unser Tisch sein. In Ermangelung von Tischdecke und Servietten legte ich meine leichte Leinenjacke auf den Stuhl und packte aus.
»Fehlt nur das Candlelight«, meinte Jan und schmunzelte.
Wir haben dieses Mahl wahrlich genossen. Wein und Käse schmeckten hervorragend und wir schafften beinahe das ganze Baguette. Dass die Weinflasche am Ende leer war, brauche ich nicht zu erwähnen, dass ich leicht wein- und redselig herumplapperte, wohl schon. Ich vertrage kaum Alkohol. Bereits zwei Gläser haben bei mir die Wirkung, als hätte ich eine Stunde unter einem Weinfass gelegen. Jan schleppte mich buchstäblich zurück zum Hotel.

Inzwischen war es dunkel geworden. Im Zimmer angekommen riss Jan sofort wieder das Fenster auf, die Luft war stickig und so würden wir kaum schlafen können. Ich zog an dem aus der rosa verkleideten Nachttischlampe heraushängenden Bändel – erfolglos. Es blieb dunkel, nur diesen Bändel hatte ich in der Hand, was mir ein »Upps« entlockte und einen Schluckauf auslöste. Jan lachte. Er mag es, wenn ich einen Schwips habe, was – man möge es mir glauben – sehr, sehr selten vorkommt.
»Was machen wir morgen?«, fragte er.
»Hmmmm, mal sehen«, brummte ich träge. Eigentlich wollte ich im Moment nur schlafen.
Doch Jan zog mich aus bis auf den Slip und begann mit den Fingern Muster auf meinen Rücken zu zeichnen. Wohlig entspannt lag ich da und merkte, wie mir die Augen zufielen.
Plötzlich ertönte ein spitzer Schrei und ich saß senkrecht auf dem Bett. »Was war das denn?« Erschrocken lauschte ich in die Stille, die aber beim genauen Hinhören gar nicht so still war. Teller klapperten, eine Tür wurde zugeschlagen und auch sonst konnte man unterschiedliche Geräusche wahrnehmen, die Hinterhöfe so produzieren.
Gerade als ich mich wieder aufs Bett fallen lassen wollte, vernahmen wir ein lautes Stöhnen, auf- und abschwellend, begleitet von einem langgezogenen »Ahhhhhh.«
Jan prustete los.
»Pst!«, zischte ich. »Hör doch mal!«
Jan horchte,  lief zum Fenster und spähte hinaus. »Ich seh nichts, aber ich glaub, da hat jemand große Freude.«
Im Dunkeln erahnte ich sein spitzbübisches Grinsen.
Das Stöhnen wiederholte sich und die quiekenden Schreie – es war eindeutig eine weibliche Stimme – drangen zu uns ins Zimmer und wer weiß wohin.
»Aber vielleicht wird da eine Frau gequält«, versuchte ich es wieder und sah vor meinem geistigen Auge ein armes misshandeltes Mädchen liegen, das sich nicht gegen die Angriffe eines Kerls wehren konnte.
Jan sah garantiert andere Bilder. »Red keinen Quatsch«, brummte er, »da vergnügen sich zwei aufs Feinste. Vielleicht ein extra Programm für Gäste. Wir sind schließlich in Paris, der Stadt der Liebe.«
Ich musste ihm zustimmen und drängte meine Befürchtungen zurück.
Das Stöhnen, Quieken und Schreien dauerte ziemlich lange, ab und an ein erlösendes »Ahhhhhh«, und ich dachte jedes Mal, es sei vorbei. Doch wie in Wellen rollten die Töne immer wieder heran und schließlich lagen wir kichernd auf dem Bett. Wir konnten nicht aufhören zu lachen und so klang wohl ein herrliches Stimmenkonzert über den Hinterhof. Niemand schien sich daran zu stören.
Aber auch das intensivste Liebesspiel hat einmal ein Ende. Plötzlich realisierten wir eine beinahe unheimliche Ruhe.
»Und wenn er doch ...«, fing ich wieder an, aber Jan schnitt mir das Wort ab. »Nee, das hätte anders geklungen.«
Im Dunkeln tapste ich ins Bad. Als ich wieder zurückkam, stieß ich mir den großen Zeh am Bettpfosten an, was einen lauten Schrei von meiner Seite verursachte, gefolgt von einem langgezogenen Stöhnen.
»Enya!«, rief Jan, »was hast du nun wieder angestellt. Du brauchst nicht zu wiederholen, was du eben gehört hast.«
Davon war ich weit entfernt, denn der Zeh tat höllisch weh und mein einziger Gedanke galt meinen Füßen, die mich ja noch durch die Stadt tragen sollten. Jan war sehr fürsorglich und holte einen kalten Waschlappen.
Dann lagen wir nebeneinander im Bett und lauschten in die nun wirklich eingetretene Stille. Für irgendwelche Aktionen – wie auch immer – waren wir wirklich zu müde.

Am nächsten Morgen beäugten wir sämtliche im Frühstücksraum anwesenden Gäste und überlegten, welche von ihnen diese heiße Nacht verbracht hatten. Wir einigten uns auf ein Pärchen, relativ jung, er groß und spindeldürr, sie leicht rundlich, pausbäckig und strohblond. Ihre Unterhaltung konnten wir nicht hören, sie saßen zu weit weg, aber die verliebten Blicke, die sie sich zuwarfen, sprachen Bände. Kichernd nahmen Jan und ich unser Frühstück ein und ich musste aufpassen, dass ich mich nicht am Croissant verschluckte.

Den Tag über ließen wir uns wieder treiben. Ich lotste meinen Freund zunächst hinauf auf den Montmartre, zeigte ihm Sacré Coeur und den Place du Tertre, von dem er besonders begeistert war. Er konnte sich kaum losreißen.
Wir kauften wieder Käse, Brot, Wein und Obst, ich allerdings bestand auf einer zusätzlichen Flasche Wasser und schwor mir, heute keinen Schluck Alkohol zu trinken.

 


Irgendwann landeten wir an der Seine und ließen uns an einem zugänglichen Stück Ufer nieder. Ich merkte immer mehr, dass das Flair der Stadt auch Jan gefangen nahm und freute mich sehr darüber. Wir liefen dann bis zum Eiffelturm. Jan beschäftigte sich intensiv mit der Baukonstruktion, damals studierte er Bauingenieurwesen und fand an so etwas natürlich Interesse.
Ich ließ mich etwas abseits der Menschenmengen auf dem Boden nieder und gönnte meinem lädierten Zeh eine Pause. Wir verzichteten angesichts der Masse an anstehenden Menschen, auf den Turm hinaufzufahren.
»Nächstes Mal«, meinte Jan, er wollte also wiederkommen.

Abends fanden wir ein kleines Restaurant, die Tische standen auf dem Gehweg, man saß sehr eng, aber das Essen war gut und nicht so unverschämt teuer. Da brach ich dann doch meinen Schwur und trank ein Glas Rotwein.
Müde und zufrieden landeten wir wieder im Hotel. Diese Nacht verlief ruhig und über etwaige leise Geschehnisse mag der Leser sich seine eigenen Gedanken machen.

Am nächsten Morgen hieß es schon wieder Abschied nehmen, zumindest von unserem Hotel-Liebes-Nest in rotem Plüsch. Wir konnten unsere Reisetasche aber noch an der Rezeption stehen lassen und nutzten den Vormittag, um uns Notre-Dame anzuschauen. Diese Kathedrale ist wirklich beeindruckend.

Am frühen Nachmittag fuhren wir nach Hause. Das Ausparken des kleinen Sport-Coupés erwies sich als nicht ganz einfach. Jan musste tatsächlich die anderen Autos hin- und herschieben. Dass er keine Sorge um seine Stoßstange äußerte, war für mich ein Zeichen seiner guten Laune. So kamen wir auch spätabends sehr entspannt und zufrieden mit vielen neuen Eindrücken daheim an.